Eh da-Flächen

Erhalt und Förderung von Biodiversität
Vor dem aktuellen Hintergrund der rückläufigen Biodiversität in Agrarlandschaften und der Definition der biologischen Vielfalt als rechtsverbindliches Schutzgut (EU-Pflanzenschutzmittelverordnung 1107/2009), widmet sich das Institut für Agrarökologie (IfA), gefördert durch das Forum Moderne Landwirtschaft e.V., im Rahmen des Eh da-Projekts der ökologischen Aufwertung von weitgehend ungenutzten Flächenressourcen. Dies unterstützt das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz (MULEWF RLP) mit der Verankerung des Konzepts der Eh da-Flächen als ein adäquates Instrument zur Förderung der Artenvielfalt in der Ende 2015 herausgegebenen Biodiversitätsstrategie für Rheinland Pfalz.
Eh da-Flächen sind "eh da", also in der Landschaft oder im Siedlungsbereich bereits vorhanden, ohne einer konkreten landwirtschaftlichen oder naturschutzfachlichen Nutzung zu unterliegen. Für Eh da-Flächen wurden geodatenbasierte Analyse- und Bewertungsverfahren entwickelt, mit denen eine semiautomatische Erfassung möglich ist. Anschließend können zielgerichtete Vor-Ort-Kartierungen zur Bestimmung der ökologischen Zustände dieser Freiflächen (Eh da-Potentialflächen) durchgeführt werden, um Handlungsempfehlungen für standortspezifische biodiversitätsfördernde Maßnahmen generieren zu können. Dies sind beispielsweise Aussaat von autochthonem Saatgut, Totholzerhalt, Anlage von Lesesteinhaufen oder Anlage und Erhalt von Rohbodenhabitaten. Dabei steht besonders die Flächenaufwertung für blütenbesuchende Insekten, wie Wildbienen, und die geeignete Vernetzung von Brut- und Sammelhabitaten (kombinierte Lebensräume) im Vordergrund. Die Vernetzung ist besonders wichtig, da Wildbienen nur geringe Distanzen zwischen Brut- und Sammelhabitat zurücklegen können. Diese können je nach Art nur wenige hundert Meter betragen.
Erhalt von Rohboden
Kombinierter Lebensraum
Staffelmahd
Von 2012-2014 hat das IfA eine bundesweite Potenzialstudie durchgeführt. Demnach beläuft sich das (quantitative) Potenzial von Eh da-Flächen auf 3-6% der Gesamtfläche von Deutschland. Die qualitativen Analysen ergaben, dass 87% der vor-Ort erfassten Eh da-Flächen einen mäßig diversen oder schlechten floristischen Ausgangszustand (u.a. häufige Gräserdominanz) aufweisen und damit ein hohes Aufwertungspotenzial bieten:
Begleitend wurden am IfA mehrjährige Semifreilandversuche durchgeführt, um Kenntnisse zu geeigneten Management bzw. Aufwertungsmaßnahmen für Eh da-Flächen zu gewinnen. Darauf aufbauend wurde 2015 ein Praxisleitfaden verfasst, der die wichtigsten Elemente zur Durchführung des Eh da-Konzepts darlegt und anhand der beiden Modellkommunen Derenburg (Sachsen-Anhalt) und Bornheim (Rheinland-Pfalz) Anwendungsbeispiele erläutert.
Landesgartenschau
Vom 17. April bis 18. Oktober 2015 wurde das Eh da-Konzept auf der Landesgartenschau Landau (LGS) gemeinsam mit der Gartenakademie Rheinland-Pfalz präsentiert. In Verbindung mit der erfolgreichen Umsetzung in Bornheim bildete sich zunächst in Rheinland-Pfalz ein Eh da-Hotspot, indem auch Haßloch und Neustadt an der Weinstraße die Durchführung gemeindespezifischer Eh da-Konzepte bekundeten. Anfang 2016 wurden die rheinland-pfälzischen Landesgrenzen erneut verlassen, indem mit Haßfurt eine bayerische Pilotkommune gewonnen werden konnte. Zugleich bieten die diesjährigen DLG-Feldtage vom 14.-16. Juni 2016 in Haßfurt eine weitere überregionale Präsentationsplattform für das Eh da-Konzept.
Wildblumenmischung
auf der LGS

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