Wirkstofffoschung

Neben der energetischen Verwertung biologischer Reststoffe ist auch eine stoffliche Nutzung möglich und sinnvoll.

Pflanzliche Materialien enthalten eine Fülle organischer Bestandteile mit teilweise bereits bekannten Effekten, vielfach sind diese jedoch auch noch unerforscht. Wir machen uns dieses Potential zu Nutze, indem wir gezielt nach Inhaltsstoffen suchen, die das Potential für pflanzenstärkende Effekte haben.

Sowohl im ökologischen, als auch im konventionellen Landbau werden zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen häufig Präparate auf Kupferbasis verwendet. Im ökologischen Weinbau findet z.B. die Bekämpfung des "Falschen Mehltaus" (Plasmopara viticola) häufig mit Mitteln statt, die dieses Schwermetall enthalten. Um eine Kupferanreicherung in den Böden und eine damit einhergehende Umweltschädigung zu verhindern, ist die EU bestrebt, ein Verbot dieser Mittel durchzusetzen. Wir versuchen deshalb, aus natürlichen Reststoffen Inhaltsstoffe zu gewinnen, die über eine Stärkung und allgemeine Gesunderhaltung der Pflanzen zur Reduzierung der Kupferanwendungen in der Landwirtschaft beitragen können.

Zu diesem Zweck werden Reststoffe, z.B. Traubentrester, auf ihre Inhaltsstoffe analysiert und diese daraus extrahiert. Im nächsten Schritt werden die erhaltenen Extrakte auf ihre pflanzenstärkende Wirkung im Gewächshaus und zuletzt im Freiland unter realistischen Bedingungen untersucht. Neben den reinen pflanzenstärkenden Effekten werden hier auch Fragen zur Formulierung und optimalen Konzentration untersucht. Am Ende steht ein pflanzenstärkend wirksames Produkt, das im ökologischen Betrieb eingesetzt werden kann. Durch eine dezentrale Herstellung des Extrakts wird es möglich, den Winzer mit einem Pflanzenstärkungsmittel zu versorgen, das im Idealfall aus seinem eigenen Trester gewonnen wurde. Auf diese Weise ist die Kreislaufwirtschaft optimal eingehalten.

Da die verwendeten Inhaltsstoffe nur einen kleinen Teil des Tresters ausmachen, ist eine anschließende energetische Verwertung z.B. als Pellets weiterhin möglich. Dadurch wird der ehemalige Abfallstoff Traubentrester, im Sinne des "Biocascading", gleich mehrfach als Rohstoff eingesetzt, was einen deutlichen Mehrwert bedeutet.

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